Einblick in die ada-veranstaltungen 2017


05. NOvember 2017 GEWICHTSDISKRIMINIERUNG, RASSISMUS & SEXISMUS

ADA-Diskussionsveranstaltung mit den Autor*innen und Bloger*innen Body_Mary (Berlin) und Hengameh Yaghoobifarah (Berlin)

Sonntag, 5. November 2017, 17:00 bis 19:30 Uhr, Kulturzentrum Lagerhaus (Kioto), Schildstraße 12-19, 28203 Bremen

[Body_Mary ist für die Bloggerin SchwarzRund eingesprungen, die ihre Teilnahme kurzfristig absagen musst]

 

Empowermentworkshop: Vor der Diskussionsveranstaltung findet zudem am Sonntag, den 5. November von 12 bis 16 Uhr ein Workshop mit Hengameh Yaghoobifarah zu fat shaming statt: Offen für all gender und Menschen, die bereits Abwertung aufgrund ihres Körpers erlebt haben. Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich unter: i.drabkina@aulbremen.de

 

Informationen zu unseren beiden Gästen:

 

Body_Mary aka Maria González Leal aka queer fat femme of color ist eine politische Aktivistin, die mit unterschiedlichen künstlerischen Performances die gegenwärtigen Machtverhältnisse und deren Ursprünge infrage stellt. Die Inhalte, mit denen sie sich auseinandersetzt, umfassen die Body Positivity Bewegung, Kapitalismus-/Konsumkritik, Sexismus, Kolonialisierung (ursprünglich

 

Hengameh Yaghoobifarah studierte Medienkulturwissenschaft und Skandinavistik in Freiburg und Linköping. Hengameh wirkt regelmäßig in Videoprojekten mit, Artikel von Hengameh erscheinen auf den Blogs Tea-riffic und QUEER VANITY, aber auch in der taz, im Missy Magazine oder auf Mädchenmanschaft.net. Hengameh begreift sich nicht als Frau, aber auch nicht als Mann, sondern bezeichnet sich als nicht-binär. Darunter fallen Menschen, so Hengameh, "die sich als geschlechtsneutral oder geschlechtsfluide bezeichnen. Ich bin mir (noch) nicht sicher, wie genau ich mein Geschlecht identifiziere – ob als geschlechterlos oder geschlechterfluide. Meine Muttersprache ist persisch. In der persischen Sprache gibt es ein Pronomen für alle, es wird nicht zwischen er, sie oder es unterschieden. Damit kann ich mich identifizieren."

 

Hintergründe zu der Doppelveranstaltung:

 

Mehrfachdiskriminierung

„Die letzte Minderheit, die ungestraft diskriminiert werden darf: Dicke“, so titelte vor einigen Jahren die Tageszeitung "taz" anlässlich des Internationalen Anti-Diät-Tages. Das mag drastisch klingen, ist aber für dicke Menschen bitterer Alltag, wie die in Berlin ansässige Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung berichtet: „Vom zu engen U-Bahn-Sitz, der verweigerten Verbeamtung, der pauschalen Standpauke beim Arzt über die allgegenwärtigen Medienmeldungen, in denen Dicke als Problemfall abgetan werden, und Kommmentare von Fremden, Freunden und sogar der eigenen Familie, bis hin zum ständigen Fat Talk („Ich sollte das eigentlich nicht essen, bei meinem Gewicht“), mit dem insbesondere Frauen tagtäglich dutzende Male ihre Abgrenzung von Dicken signalisieren: Gewichtsdiskriminierung ist überall, verfolgt dicke Menschen von morgens bis abends, in der Regel gibt es nur wenige Rückzugsorte, in denen man einmal für kurze Zeit nicht diskriminiert wird.“

 

Arbeitswelt

Besonders gravierend ist Gewichtsdiskriminierung in der Arbeitwelt: Das betrifft nicht nur die viel zitierte Verbeamtung von dicken Menschen, obwohl bislang keine Studie der Welt nachgewiesen hat, dass Menschen mit einem hohen Bodymaß-Index nennenswert häufiger als Dünne das Alter von 67 nicht erreichen oder vorzeitig dienstunfähig werden. Auch bei Einstellungen, Beförderungen, Versetzungen oder Entlassungen spielt Gewichtsdiskriminierug immer wieder eine erhebliche Rolle – gleiches gilt für alltägliche Beleidigungen, Schikanen oder systematisches Mobbing durch Arbeitskolleg_innen.

 

Rassismus und Sexismus

Doch damit nicht genug: Eine weitere Zuspitzung findet statt, wenn sich Gewichtsdiskriminierung mit Rassismus, Sexismus oder anderen Gewaltverhältnissen überschneidet. Denn häufig werden dicke Frauen ungleich gehässiger und abwertender diskriminiert als dicke Männer. Und nochmal anders wird es, wenn rassistische Grenzüberschreitungen dazukommen, wie die Autor*in und Blogger*in SchwarzRund schreibt:

 

"Wir tun so, als ob es eine Blase gäbe, in der wir grenzüberschreitungsfrei leben – ich werde sofort als fett markiert, als Schwarz markiert, auf dem Hinweg hierin, hat mich jemand auf den Bauch gefasst, und gesagt: schwabbel [...] ich hab keine Grenzen, ich weiß, wo ich meine Grenzen gerne hätte, aber die Gesellschaft sieht das ganz anders, wir sind Allgemeingut, wir sollen umgebracht werden, wir sollen uns töten, wir sollen dünner werden oder sportlicher, oder abelisiert, oder weiß, [...] bereits kleine Kinder mit Schwarzer Haut können über ständige Grenzüberschreitungen reden, und das sind Grenzen, die bei weißen Personen viel länger intakt bleiben, das ist der Alltag von Schwarzen Personen, du fässt mich an, du greifst mir in den Schritt, in die Haare, auf die Haut."

 

Auf dem Weg zu einer Antidiskriminierungskultur

Mit unseren regelmäßigen Veranstaltungen zu unterschiedlichen Diskriminierungs- und Gewaltverhältnissen möchten wir als ADA einen Beitrag zur Herausbildung einer Antidiskriminierungskultur leisten – nicht zuletzt in der Arbeitswelt. Denn nur wenn alle Angehörigen eines Betriebs (egal ob Beschäftigte, Betriebs- und Personalräte oder Mitglieder der Geschäftsführung) in der Lage sind, Diskriminierung zu erkennen und ernst zu nehmen, können wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen und Diskriminierung schrittweise abgebaut werden.


11. SEptember 2017 WAS TUN GEGEN RECHTE UND RECHTSPOPULISTISCHE POSITIONEN IM BETRIEB?

Öffentliche Betriebs- und Personalrätekonferenz

Montag, 11. September 2017, 14 bis 17 Uhr, Bremer Gewerkschaftshaus. Organisiert von DGB Bremen-Elbe-Weser, Arbeit und Leben Bremen e.V., ADA - Antidiskriminierung in der Arbeitswelt

 

Programm:

 

Eröffnung: Annette Düring, Vorsitzende DGB Bremen-Elbe-Weser


Vortrag und Diskussion mit Alexander Häusler (Experte für Rechtspopulismus und Islamfeindlichkeit an der Hochschule Düsseldorf)

 

Anschließend Arbeitsgruppen, unter anderem zu Innerbetrieblichen Beschwerdestellen gemäß AGG (Antidiskriminierung in der Arbeitswelt) und zum Umgang mit Rechtspopulismus im Betrieb (pro aktiv gegen rechts und DGB-Jugend)

 

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Betriebs- und Personalräte, Vertrauensleute und weitere betriebliche Interessenvertreter_innen. Aber auch gewerkschaftlich Aktive und andere Interessierte sind herzlich willkommen!

 

Hinweis: Eine Freistellung für Betriebsräte_innen gemäß § 37 Abs. 7 BetrVG, für Vertrauenspersonen der Schwerbehinderten gemäß § 96.4 u. § 8 SGB IX und für Personalräte gemäß §39.Abs.6 BremPersVG ist möglich.

 

Anmeldung: Um eine Anmeldung bis zum Montag, den 4. September, wird gebeten (vgl. Anhang): i.drabkina@aulbremen.de, FAX: 0421/9608920

 

Thema der Betriebsrätekonferenz

 

Bei den Landtagswahlen 2016 haben in Sachsen-Anhalt 25,1 Prozent aller Gewerkschaftsmitglieder der rechtspopulistischen AFD ihre Stimme gegeben, in Baden-Würtemberg waren es 15,7 Prozent und in Rheinland-Pfalz 14,3 Prozent - jeweils mehr als der Durchschnitt der Wahlberechtigten. Dies zeigt: Rechtspopulismus ist auch für gewerkschaftlich ausgerichtete Betriebs- und Personalräte_innen ein hochbrisantes Thema. Um so wichtiger ist es, dass sich sowohl Gewerkschaften als auch betriebliche Interessenvertreter_innen anlässlich der Bundestagswahl am 24. September klar positionieren, nicht zuletzt in Richtung AFD, die aller Voraussicht nach den Einzug in den neuen Bundestag schaffen wird. Rechtspopulist_innen geben zwar gerne vor, sich für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen, doch die Realität sieht anders aus: So würden die aktuellen Rentenpläne der AFD eine massive Verschlechterung für zahlreiche Arbeitnehmer_innen bedeuten, zudem taucht das Thema der betrieblichen Mitbestimmung im Wahlprogramm der AFD gar nicht erst auf. Nicht weniger gefährlich ist, dass die AFD durch ihre intolerante und hetzerische Zuwanderungs- und Integrationspolitik eine handfeste Gefahr für den gesellschaftlichen und somit auch innerbetrieblichen Frieden darstellt. Hiervon dürften insbesondere Muslime und Kolleg_innen mit Einwanderungs- oder Fluchtgeschichte betroffen sein.

 

Wir möchten deshalb am 11. September zu einer öffentlichen Betriebs- und Personalrätekonferenz ins Bremer Gewerkschaftshaus einladen. Der Nachmittag wird von Alexander Häusler von der Hochschule Düsseldorf mit einen Vortrag zur Sozial- und Arbeitsmarktpolitik von rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen eröffnet. Danach möchten wir in Arbeitsgruppen über konkrete Interventionsmöglichkeiten sprechen: Was können Betriebs- und Personalräte_innen praktisch tun, um Diskriminierung und einer Verschlechterung des Betriebsfriedens entgegenzutreten - dies auch mit Blick auf jene Verpflichtungen, wie sie unter anderem aus dem Betriebsverfassungsgesetz und dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hervorgehen?

 

Schließlich haben wir als Veranstalter_innen auch die Betriebsratswahlen von März bis Mai 2018 im Blick. Denn gerade dort wird es wichtiger denn je sein, ausschließlich solche Kandidat_innen zu wählen, die sich für ein solidarisches Miteinander der Beschäftigten stark machen - auch mit Blick auf zukünftige tarifliche Auseinandersetzungen.


21. juni 2017 IMMER WIEDER UNTERSCHÄTZT: ANTISEMITISMUS IN DEUTSCHLAND

ADA-Podiumsdiskussion mit Publikumsgespräch

Zeit & ORT: MITTWOCH, 21. JUNI 2017, 18.00 UHR, DGB-HAUS BREMEN

Unsere Gäste:

 

Elvira Noa, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bremen

Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft

Jochen Grabler, Recherche-Redaktion Radio Bremen

Benjamin Steinitz, Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS), Berlin

 

Thema der Veranstaltung:

 

Am Wochenende des 22./23. Aprils 2017 ist es auf dem Jüdischen Friedhof in Bremen Hastedt zu einer Grabschändung gekommen – ein Grabstein wurde mit einem Hakenkreuz beschmiert. Der Friedhofsverwalter hat den Vorfall angezeigt, der Staatsschutz ermittelt wegen Störung der Totenruhe und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Hinzu kommt, dass diese antisemitische Tat am Vorabend von Jom Hashoah geschah, dem israelischen Nationalfeiertag, an dem nicht nur in Israel der Opfer des Holocaust und der Held_innen des jüdischen Widerstands gedacht wird.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass es zu so einem Vorfall kommt – das letzte Mal sind vor acht Jahren Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof in Bremen von Jugendlichen umgeworfen worden. Man könnte also annehmen, dass der Antisemitismus in Deutschland sich auf gelegentliches Umschmeißen von Grabsteinen beschränkt. Doch die Realität sieht anders aus: Die Bandbreite antisemitischer Vorfälle reicht von latent antisemitischen Andeutungen und Zwischentönen bis hin zu verbaler und körperlicher Gewalt gegen Jüdinnen und Juden. Hierzu passt, dass laut einer Untersuchung der Uni Bielefeld 15 Prozent der Bevölkerung die Auffassung vertreten, Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland. Der am 24. April 2017 veröffentlichte Bericht des zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus geht auf diese Tendenzen ausführlich ein. Besonderen Aufschluss geben dabei die Ergebnisse einer in diesem Kontext entstandenen Studie, in der Jüdinnen und Juden zu ihren Erfahrungen mit Antisemitismus befragt werden. Für sie ist das Erleben von Antisemitismus alltagsprägend und belastend. Eine Befragung von Jüdinnen und Juden in Deutschland 2016 zeigt: 76 Prozent halten den Antisemitismus in Deutschland für ein eher großes bzw. sehr großes Problem, 78 Prozent meinen zudem, er habe in den letzten fünf Jahren etwas bzw. stark zugenommen. Ganz anders die nicht-jüdische Bevölkerung: Nur 20 Prozent hält Antisemitismus für ein weit verbreitetes Phänomen. Diese Wahrnehmungsdifferenz ist alarmierend, denn sie kann zu Fehleinschätzungen und ausbleibender Intervention führen.

 

Der Vorfall auf dem Jüdischen Friedhof in Bremen warf einmal mehr die Frage auf, welche Bedeutung Antisemitismus in unserer Gesellschaft derzeit hat. Zudem hat sich an die öffentliche Berichterstattung auch die Frage angeschlossen, wie mit solchen antisemitischen Angriffen umgegangen werden sollte. Beispielsweise hat Innensenator Mäurer die Position bezogen, dass er die Grabschändung nicht kommentieren wolle, um nicht etwaige Nachahmungstäter_innen zu ermutigen.

Antidiskriminierungsstellen gehen unterdessen davon aus, dass Diskriminierung überall anzutreffen ist – ob in der Straßenbahn, auf der Familienfeier, im Sportverein oder an den unterschiedlichen Orten der Arbeitswelt. Um jedoch auf solche Diskriminierungen angemessen reagieren zu können (beispielsweise als Betriebs- oder Personalrat – oder als Geschäftsführerin), müssen diese überhaupt erst als Diskriminierungen erkannt und benannt werden. Es gilt also, eine Sprachlosigkeit zu überwinden, denn die Opfer von Diskriminierung fühlen sich oft alleine gelassen.

In diesem Sinne möchten wir bei unserer Veranstaltung einerseits über Antisemitismus in Deutschland sprechen, andererseits über die Frage, wie Politik, Medien und Zivilgesellschaft auf (bekannt gewordene) Diskriminierung reagieren sollten.


04. mai 2017 Schwule Sichtbarkeit - Schwule identität: Kritische Perspektiven

Buchvorstellung mit anschließendem Gespräch

Donnerstag, 04. Mai 2017, 18.30 Uhr, Krimibibliothek in der Stadtbücherei (Zentralbibliothek, Am Wall 201, 28195 Bremen, 2.OG)

 

Unser Gast: Dr. Zülfukar Çetin, Soziologe und aktiv unter anderem im Türkischen Bund Berlin-Brandenburg

 

Thema der Veranstaltung:

 

Am 4. Mai 2017 ist Zülfukar Çetin unser Gast. Er eröffnet die Veranstaltung mit einem Vortrag, dessen Schwerpunkt die Auseinandersetzung mit der deutschen Dominanzkultur ist, die sich mit rassistisch aufgeladenen Diskussionen über Sexismus, Homophobie und Antisemitismus ausdrückt und durchsetzt. Grundlage seines Vortrags wird sein aktuelles Buch „Schwule Sichtbarkeit – schwule Identität: Kritische Perspektiven“ sein, welches er zusammen mit Hans-Jürgen Voß veröffentlicht hat. Die Autoren hinterfragen darin „Identität“ und „Sichtbarkeit“ als Schlüsselbegriffe des politischen Kampfes von Schwulen um Anerkennung und Respekt. Wie macht die Sichtbarkeit der einen die der „Anderen“ unsichtbar? Wie beteiligen sich Schwule an staatlichem Rassismus und Nationalismus – also „Homonationalismus“? Was hat schwule Emanzipation mit Marginalisierung und Unterdrückung anderer zu tun? Diesen nicht nur in LGBTI-Kreisen intensiv bzw. kontrovers diskutierten Leitfragen des Buches möchten wir in der Veranstaltung nachgehen.

 

Hintergrundinformationen zur ADA-Veranstaltungsreihe zu Mehrfachdiskriminierung

 

Identitäten sind unweigerlich mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen verbunden. Durch die vermutete oder tatsächliche Zugehörigkeit zu bestimmten Gruppen (Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft etc.) sind Menschen entweder mit Privilegien ausgestattet oder Diskriminierungen ausgesetzt. Dabei können sich gesellschaftliche Machtverhältnisse auf ganz verschiedene Weise ausdrücken – in der Arbeitswelt beispielsweise durch Gesetzgebungen oder Rechtssprechung (wie im Falle des Kopftuchs), betriebliche Personalpolitik, verbale Belästigungen oder sexualisierte Gewalt unter Kolleg_innen. Hinzu kommt, dass Betroffene von Diskriminierung häufig nicht nur wegen eines einzelnen Merkmals benachteiligt werden, beispielsweise wegen ihrer sexuellen Orientierung. Vielmehr haben Schwule, Lesben oder Transpersonen auch eine Herkunft oder Hautfarbe, sie sind jung oder alt, sie leben in einem Körper mit oder ohne Beeinträchtigung, manche gehören auch einer Religionsgemeinschaft an. Findet in diesem Zusammenhang eine Diskriminierung aus mehreren Gründen statt, spricht man von

Mehrfachdiskriminierung.

 

Um gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen, kann es immer wieder sinnvoll sein, bestimmte Zugehörigkeiten hervorzuheben – vor allem, wenn es um konkrete Forderungen an die Politik geht. Dabei sollte jedoch stets darauf geachtet werden, dass die einzelnen Diskriminierungserfahrungen nicht gegeneinander ausgespielt oder hierarchisiert werden. Und dies gilt auch für Fachberatungsstellen. Denn es kommt immer wieder vor, dass Betroffene nur mit jenem Teil ihrer Erfahrungen wahr- bzw. ernstgenommen werden, der mit dem Schwerpunkt der jeweiligen Beratungsstelle zu tun hat. Kurzum: Mit der Veranstaltungsreihe zum Thema Mehrfachdiskriminierung wollen wir die Frage stellen, was Mehrfachdiskriminierung überhaupt ist, welche Rolle sie für Betroffene spielt und wie ihr angemessen begegnet werden kann – sowohl auf der Ebene der Betroffenen als auch in aktivistischer oder professioneller Hinsicht.

 

Weitere Veranstaltungen:

 

Am 10.06./11.06.2017 schließen wir unsere Veranstaltungsreihe mit zwei Workshops und einer Abendveranstaltung ab: Die Bloggerinnen, Aktivistinnen und Teamerinnen SchwarzRund und Hengameh Yaghoobifarah werden am 10.06.2017 (Samstag) und am 11.06.2017 (Sonntag) jeweils Workshops zur Überschneidung von Rassismus, Gewichtsdiskriminierung („Lookism“) und Sexismus durchführen. Zudem werden sie am 11.06.2017 um 17.30 Uhr im Kulturzentrum KUKOON (Buntentorsteinweg 29, 28201 Bremen) gemeinsam diskutieren. Mehr Infos auf www.ada-bremen.de.



Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“
wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.


In Kooperation mit: