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Was ist Diskriminierung?

Diskriminierung hat ganz verschiedene Gesichter – es ist daher hilfreich, folgende Unterscheidungen zu berücksichtigen: 

 

  • Diskriminierungen können in völlig unterschiedlichen Lebensbereichen auftreten – beispielsweise bei der Wohnungssuche, in der Diskothek, am Arbeitsplatz, im Zug oder bei der Behörde.

  • Es sind unterschiedliche Gründe weshalb Menschen diskriminiert werden – insbesondere aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihrer Sprache, ihres Aussehens, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Behinderung, ihres Alters oder ihres Aufenthaltstatus.

  • Manchmal werden Menschen auch wegen mehrerer Gründe gleichzeitig diskriminiert – beispielsweise werden Frauen mit Kopftuch nicht nur wegen ihrer Religion diskriminiert, häufig spielt auch ihr migrantischer Hintergrund eine Rolle. In einem solchen Fall sprechen Beratungsstellen von Mehrfachdiskriminierung.

  • Diskriminierung findet nur in Ausnahmefällen explizit statt, beispielsweise wenn ein Arbeitgeber offen mitteilt, dass er Gehörlose oder Frauen mit Kopftuch grundsätzlich nicht beschäftige würde. Meistens ist es jedoch so, dass Diskriminierung versteckt bzw. subtil abläuft, was die Situation für die Betroffenen noch komplizierter macht.

 

Wenn es um die konkrete Diskriminierung geht, unterscheiden Beratungsstellen und ExpertInnen normalerweise vier unterschiedliche Formen von Diskriminierung (wobei diese Unterscheidungen für die konkrete Beratung keine wichtige Rolle spielen)

 

  • Personale bzw. individuelle Diskriminierung: Hierzu gehören Beleidigungen, Belästigungen oder Schikanen - unabhängig davon, ob sie absichtsvoll erfolgen oder Resultat unbewusster Vorurteile sind: Ein Mitarbeiter spricht zum Beispiel über einen Kollegen im Rollstuhl ausschließlich als "der Rolli" und macht in dessen Gegenwart gezielt Witze und abfällige Bemerkungen über Menschen mit Behinderungen.

  • Direkte bzw. unmittelbare Diskriminierung: Eine unmittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn jemand in einer vergleichbaren Situation schlechter behandelt wird als andere Personen: Ein schwules Paar wird etwa bei der Wohnungssuche abgelehnt, laut Wohnungsvermieter könne dies den älteren Mietparteien nicht zugemutet werden.

  • Indirekte bzw. mittelbare Diskriminierung: Von einer mittelbaren Diskriminierung wird gesprochen, wenn scheinbar neutrale Vorschriften für alle gelten, dabei aber bestimmte Personen Nachteile erleiden. Sie kann aus Unachtsamkeit resultieren, aber auch Ausdruck des Versuchs sein, eine gewollte Benachteiligung zu verschleiern: Heißt es beispielweise in einer Stellenanzeige für Putzkräfte, dass die Bewerber/innen über perfekte Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen müssten, werden Bewerber/innen mit einer anderen Muttersprache indirekt ausgeschlossen.

  • Institutionelle bzw. strukturelle Diskriminierung: Institutionelle Diskriminierung bezieht sich auf gesellschaftliche Phänomene, die zwar diskriminierend sind, für deren Zustandekommen jedoch nicht diskriminierendes Verhalten einzelner Personen oder Unternehmen verantwortlich gemacht werden kann. Hierzu gehört zum Beispiel die geschlechtsspezifische Lohndiskriminierung, also der Umstand, dass Frauen in Westdeutschland durchschnittlich 23 Prozent weniger verdienen als Männer (Ostdeutschland: 10 Prozent). Oder die ebenfalls gut dokumentierte Tatsache, dass lediglich 29 Prozent der Jugendlichen mit Migrationshintergrund einen betrieblichen Ausbildungsplatz erhalten, während es bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund 40 Prozent sind. Institutionelle Diskriminierung ist ein ungemein komplexer Sachverhalt. Sie kommt durch das Zusammenspiel einer Vielzahl administrativer Handlungen, gesetzlicher Bestimmungen, tarifvertraglichen Entscheidungen und informellen Routinen zustande, welche ihrerseits von politischen Vorgaben und gesamtgesellschaftlichen Diskursen geprägt sind.






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