Gefördert durch

die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds



Aktuelle Informationen


Fachveranstaltung zu Innerbetrieblichen Beschwerdestellen

Kostenfreier digitaler Workshop für Kolleg*innen und Führungskräfte von ADA – Antidiskriminierung in der Arbeitswelt am 17.11.2022

(ursprünglich geplant für 15.09.2022)

Seit Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sind Innerbetriebliche Beschwerdestellen vorgeschrieben. Aus unserer Beratung zur Einrichtung von Innerbetrieblichen Beschwerdestellen ist uns bekannt, dass viele Betriebe diese rechtliche Obligation ernst nehmen, aber auf der Suche nach der passenden Beschwerdestruktur für ihren Betrieb Unterstützung brauchen. Mit dieser Fachveranstaltung begegnet ADA dem Wunsch nach Input und Austauschmöglichkeiten zu diesem Schlüsselthema der betrieblichen Antidiskriminierungsarbeit. 

 

Wir sprechen Sie als betriebliche Multiplikator*innen an, die in ihren Betrieben für den Abbau und Schutz vor Diskriminierung verantwortlich sind: Zum Beispiel als Teil der Geschäftsführung oder Teamleitung, des Betriebs- oder Personalrats, einer Gleichstellungs- oder Diversitystelle.

 

Wie lassen sich die rechtlichen Vorgaben zu Arbeitgeberpflichten, Arbeitnehmerrechten und den dazugehörigen Beschwerdestrukturen realisieren?

Welche Vorlagen, Konzepte und Beispiele gibt es schon dazu?

Wie hat sich der fachliche Diskurs weiterentwickelt und wo stehen wir jetzt?

 

Wir bieten einen Raum, in dem Sie einerseits zu den oben genannten Themenfeldern inhaltliche und organisatorische Fragen stellen, sich andererseits aber auch mit anderen betrieblichen Akteur*innen und Fachleuten vernetzen können. Hier ein erster, grober Einblick in Ablauf und Inhalte der Veranstaltung:

           

Beginn und Ende:

9:00 – 14:00 Uhr. Ab 8:30 Uhr wird der Raum für einen Technischen-Check-In für die Teilnehmenden geöffnet. Eine kleinere Pause sowie eine 45-minütige Mittagspause sind eingeplant.

             

Veranstaltungsort:

Die Veranstaltung wird corona-sicher als Online-Veranstaltung stattfinden. Genaue Informationen zur technischen Umsetzung werden nach dem Anmeldeverfahren mitgeteilt.

 

Programmpunkte:

·       Begrüßung und Einführung

·       Vorstellung der neuen ADA-Broschüre „Viele Wege führen zur IBS“

·       Fachinput Vera Egenberger – Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. (BUG) [Siehe Fußnote 1]

·       Breakoutsessions – digitale Austauschräume für Teilnehmende

·       Plenumsgespräch – Fragen und Antworten zur Einrichtung von IBS

·       Abschluss

 

Anmeldung:  

Auch digitale Räume haben eine eingeschränkte Kapazität. Daher bitten wir um Anmeldung unter info@ada-bremen.de. Als Betreff bitte “Veranstaltung Innerbetriebliche Beschwerdestellen” angeben. Anmeldeschluss ist der 14.11.2022.

Gerne können Sie uns für organisatorische und inhaltliche Fragen telefonisch erreichen unter 0421-960 89-19.  Ihre Ansprechpersonen für die Veranstaltung sind Aretta Mbaruk, Michael Mindermann und Martin Ksellmann.

 

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung!

Das ADA-Team

 


[1] Vera Egenberger hat für das BUG unter anderem das „Konzept für eine innerbetriebliche Beschwerdestelle nach § 13 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Vorschläge für die Ausgestaltung“ herausgegeben, dessen dritte Auflage im Juli 2021 erschienen ist. Abrufbar unter https://www.bug-ev.org/links/downloads.   



Beschwerdestellen nach dem AGG aus dem Blick des Change-Managements

Ein Beitrag zur interkulturellen Öffnung von Organisationen

02.06.2022, 09:30 – 14 Uhr, Weserburg Bremen (Teerhof 20, 28199 Bremen)

 

Unsere Gegenwart ist von Veränderungen geprägt!

 

Der gesellschaftliche Wandel und die Forderung nach mehr Teilhabe aller als divers verstandener Gruppen sind für Institutionen und ihre Belegschaft – neben der Digitalisierung und neuen Formen der Arbeitsorganisation – Herausforderungen, für die wir Lösungen finden müssen.

 

Nach § 13 AGG sind alle Betriebe verpflichtet, eine Beschwerdestelle im Betrieb einzurichten. Beschwerdestellen nach dem AGG können ein Instrument sein, den Aushandlungsprozess, der mit Vielfalt einhergeht, zu steuern und zu gestalten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Einrichtung der Beschwerdestellen in Betrieben nicht nur eine Frage des rechtlichen Paragraphen ist.

 

Wie muss diese Stelle ausgestaltet sein, wenn sie dem Anspruch, Diskriminierung abzubauen und einen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit zu leisten, genügen soll? Um einen Schritt weiter auf diesem Weg zu gehen, betrachten wir in diesem Seminar die Beschwerdestelle aus Sicht des Changemanagements.

 

Welche Unterstützung bietet uns der organisationstheoretische Ansatz des Change-Managements bei der Einrichtung der Beschwerdestelle und der Umsetzung von Antidiskriminierungsmaßnahmen? Was gibt es in Bezug auf interne Widerstände und soziale Aspekte zu beachten? Und warum ist „Change“ und betrieblicher Wandel auch eine Frage der Führung? 

 

Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet in der Bibliothek (2. Etage) der Weserburg statt. Die maximale Teilnehmendenzahl ist 15 (mind. 10 TN). Zugang über die Kasse/den Haupteingang des Museums. Einlass ab 09:00 Uhr. Die Räumlichkeiten sind barrierefrei.

 

Veranstalter*innen: Antidiskriminierung in der Arbeitswelt (ESF) und Interkulturelle Organisationsberatung (IQ Netzwerk Bremen) Verbindliche Anmeldungen bitte bis zum 31.05.2022 an: m.mindermann@aulbremen.de

 


Neue Handlungsempfehlungen: Innerbetriebliche Beschwerdestellen

Das IQ Netzwerk Bremen und ADA nehmen den internationale Tag gegen Rassismus am 21. März 2022 zum Anlass, um auf die Innerbetriebliche Beschwerdestelle (IBS) aufmerksam zu machen: 

  

Nach §13 AGG ist jedes Unternehmen verpflichtet, eine Beschwerdestelle einzurichten. 

In der Praxis gibt es aber in den wenigsten Unternehmen einen Ort, an den sich Mitarbeitende bei erlebter Diskriminierung wenden können. 

  

Das IQ Netzwerk Bremen hat mit dem Teilprojekt ADA – Antidiskriminierung in der Arbeitswelt einen kurzen Leitfaden mit den wichtigsten Fakten und Handlungsempfehlungen zur IBS erstellt. 

  

Wir freuen uns, wenn Sie die Handreichung über Ihre Kanäle und Netzwerke verbreiten. 


Erfahrungsbericht über die ADA Schulungsreihe zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) als Interview veröffentlicht

„Wenn wir von Gleichberechtigung sprechen, sind alle gemeint.“ - AB InBevs Weg zu einer antidiskriminierungssensiblen Betriebskultur

Warum ADAs Schulungen zum AGG keine bloße Rechtsbelehrung umfassen, sondern die Sensibilisierung betrieblicher Multiplikator*innen an erster Stelle der Modulreihe steht, wird im Interview mit Nadine von Legat (AB InBev / Verhelst Foundation) deutlich.

Nadine von Legat hat letztes Jahr mit AGG-Vertrauenspersonen der in Bremen sogenannten Beck's Brauerei unsere Basisqualifizierung zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und Innerbetrieblichen Beschwerdestellen durchlaufen. Anschaulich berichtet Sie von der Bedeutung von Antidiskriminierungsschulungen für den Bierhersteller AB InBev, ihren Erwartungen und Erfahrungen. Aber auch davon, wie schwer die Suche nach Anbieter*innen ist.

Unser Dank geht an Merle Burghart vom IQ Netzwerk Bremen, die das Gespräch über unsere Workshopreihe führte.


"ES IST ZEIT, GEGEN DISKRIMINIERUNG AN DEUTSCHEN SCHULEN VORZUGEHEN UND EINEN WIRKSAMEN DISKRIMINIERUNGSSCHUTZ ZU ETABLIEREN"

ADA gehört zu den Erstunterzeichner*innen einer gemeinsamen Stellungnahme von Netzwerken, Beratungsstellen, Verbänden und Einzelpersonen, die sich öffentlich für das drängende Thema Diskriminierungsschutz an Schulen einsetzen.

In der Stellungnahme - die Sie hier als PDF herunterladen können, erklären die Unterzeichnenden die Wirkungsweisen und Folgen von Diskriminierung auf alle Ebenen und alle am Schulalltag beteiligten Menschen. 

Gemeinsam mit den Unterzeichner*innen fordern wir: Landesgesetzgeber, Landesregierungen und Kommunen und Schulen müssen auf den dringenden Handlungsbedarf reagieren und der Verantwortung gerecht werden, die Ihnen aufgrund der EU Grundrechtecharta und der UN-Kinderrechtskonvention zukommt. Welche konkreten Forderungen an die jeweils zuständigen staatlichen Stellen wir teilen, lesen Sie am Ende der Stellungnahme. 

Sie wollen die Stellungnahme ebenfalls durch Ihre Unterschrift unterstützen? Dann folgen Sie gerne diesem Link hier!

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Stellungnahme des Bremer Netzwerks gegen Diskriminierung

Die Landesantidiskriminierungsstelle für Bremen soll kommen

Eine Chance im Kampf gegen strukturelle Diskriminierung

 Das Netzwerk gegen Diskriminierung - begrüßt den Vorstoß der Regierungsfraktionen eine Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) in Bremen einzurichten. Mit dem Beschluss vom 9.7.2020 setzt Bremen den bereits 2012 geäußerten politischen Willen „Diskriminierung entschlossen entgegenzutreten“ endlich in die Praxis um.

 

 

„Wir als Bremer Netzwerk Antidiskriminierung begrüßen die längst überfällige Einrichtung einer LADS in Bremen. Wir freuen uns, dass Bremen so endlich gleichzieht mit anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, und somit auch seiner Verantwortung nachkommt, seine Bürger*innen noch besser vor Diskriminierung zu schützen“ so die Koordinatorin des Netzwerks, Aretta Mbaruk. „Eine solche Landesantidiskriminierungs-stelle muss dabei mit ausreichend Mitteln ausgestattet, finanziell langfristig gesichert sein sowie über ausreichend personelle Ressourcen verfügen.“

 

Nachdem erste Forderungen nach einer LADS im Jahr 2012 von den damaligen Regierungsparteien verworfen wurden, wurde das Netzwerk gegen Diskriminierung durch einen Senatsbeschluss ins Leben gerufen, jedoch ohne

festen Etat. Mitglieder des Netzwerkes sind sowohl behördliche als auch unabhängige Akteure der Bremer Beratungsangebote zugunsten von Antidiskriminierung. Das Netzwerk und unter anderem der Bremer Rat für Integration fordern seit vielen Jahren die Schaffung einer LADS als zentrale Fachstelle für Diskriminierungsfragen und

Antidiskriminierungsexpertise. Zuletzt wurden die konkreten Forderungen in der Stellungnahme des Netzwerkes im November 2018 formuliert.

 

Das Netzwerk gegen Diskriminierung sieht in der Einrichtung der LADS eine Ergänzung zu den bereits bestehenden

Beratungsangeboten und eine Möglichkeit Lücken zu schließen, die in der Beratungslandschaft Bremens ganz klar existieren. So gibt es in Bremen bspw. keine Beratungsstelle, die Menschen berät, die Diskriminierung bei der

Wohnungssuche erfahren, da alle Beratungsstellen, die einen horizontalen Ansatz verfolgen, ihren Schwerpunkt auf Diskriminierung im Arbeits-, Studium- und Ausbildungskontext haben. Von horizontalem Ansatz wird gesprochen, wenn

Beratungsstellen zu allen im AGG als schützenswerte Merkmale definierten Diskriminierungsdimensionen beraten.

 

Die Einrichtung einer LADS darf dabei nicht dazu dienen, bestehende Beratungsangebote einzuschränken oder zu ersetzen – im Gegenteil, diese sollte z.B. in Form von Erst- und Verweisberatung die Bremer Beratungsstrukturen nutzen, ergänzen und unterstützen. Weiterhin braucht es eine Stelle, die Erhebungen im Lande Bremen in Auftrag geben kann, um die Erfahrungen der Bürger*innen mit Diskriminierungen qualitativ und quantitativ

zu erfassen, aber ebenso den Beratungsbedarf damit sichtbar zu machen.

 

Zugleich kommt der LADS eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und dem Austausch zwischen den verschiedenen Beratungsstellen zu, als Schnittstelle und Beraterin für Politik und Verwaltung in Sachen Diskriminierungsschutz sowie bei der Bündelung von Maßnahmen, um die bestehenden Angebote in der Öffentlichkeit bekannt und für die Zivilgesellschaft verfüg- und nutzbar zu machen.

 

Zentral ist für das Bremer Netzwerk gegen Diskriminierung auch die Frage nach der Unabhängigkeit der neu einzurichtenden Stelle. Egal, ob die neu einzurichtende LADS innerhalb oder außerhalb von Verwaltungsstrukturen angesiedelt sein wird, ist eine weisungsunabhängige Stelle notwendig, die durch ihre Unabhängigkeit eine gewisse Kontrollfunktion innehat und Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot anmahnen kann.

 

Nicht zuletzt ist zu hoffen, dass die LADS durch die Beteiligung an der Entwicklung von Gesetzesvorschlägen die Rahmenbedingungen für die Antidiskriminierungsarbeit verbessert. Wichtig ist auch Schutzlücken im Bereich des staatlichen Handelns - Schule, Polizei und Bürger*innenämter - zu schließen. Hier könnte langfristig ein Antidiskriminierungsgesetz Abhilfe schaffen.




Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.


In Kooperation mit: