Stopp-Zeichen

Coronavirus COVID-19

Wir arbeiten weiter!

 

Wegen der derzeitigen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus COVID-19, können bis auf Weiteres leider keine Beratungen in den ADA-Büros stattfinden. Wir arbeiten daran, neue Zugänge zu schaffen. Momentan stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

 

Sie wünschen sich eine telefonische Beratung? Aus organisatorischen und technischen Gründen sind wir in dieser Woche nur eingeschränkt erreichbar. Rufen Sie uns bitte zu diesen Zeiten an:

  • Montag bis Donnerstag: 10.00 bis 15.00 Uh
  • Freitag.: 10.00 bis 13.00 Uhr

 

Sie haben Fragen und Anmerkungen zu Veranstaltungen? Hier finden Sie unsere aktuellen Ankündigungen

Schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an info@ada-bremen.de. Die telefonischen Sprechzeiten wollen wir für dringende Beratungsanfragen nutzen.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Wir wünschen Allen Gute Gesundheit!

 

- das ADA-Team 


Stellungnahme des Bremer Netzwerks Antidiskriminierung

Die Landesantidiskriminierungsstelle für Bremen soll kommen                  –  Eine Chance im Kampf gegen strukturelle Diskriminierung

 Das Netzwerk gegen Diskriminierung - begrüßt den Vorstoß der Regierungsfraktionen eine Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) in Bremen einzurichten. Mit dem Beschluss vom 9.7.2020 setzt Bremen den bereits 2012 geäußerten politischen Willen „Diskriminierung entschlossen entgegenzutreten“ endlich in die Praxis um.

 

 

„Wir als Bremer Netzwerk Antidiskriminierung begrüßen die längst überfällige Einrichtung einer LADS in Bremen. Wir freuen uns, dass Bremen so endlich gleichzieht mit anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, und somit auch seiner Verantwortung nachkommt, seine Bürger*innen noch besser vor Diskriminierung zu schützen“ so die Koordinatorin des Netzwerks, Aretta Mbaruk. „Eine solche Landesantidiskriminierungs-stelle muss dabei mit ausreichend Mitteln ausgestattet, finanziell langfristig gesichert sein sowie über ausreichend personelle Ressourcen verfügen.“

 

Nachdem erste Forderungen nach einer LADS im Jahr 2012 von den damaligen Regierungsparteien verworfen wurden, wurde das Netzwerk gegen Diskriminierung durch einen Senatsbeschluss ins Leben gerufen, jedoch ohne

festen Etat. Mitglieder des Netzwerkes sind sowohl behördliche als auch unabhängige Akteure der Bremer Beratungsangebote zugunsten von Antidiskriminierung. Das Netzwerk und unter anderem der Bremer Rat für Integration fordern seit vielen Jahren die Schaffung einer LADS als zentrale Fachstelle für Diskriminierungsfragen und

Antidiskriminierungsexpertise. Zuletzt wurden die konkreten Forderungen in der Stellungnahme des Netzwerkes im November 2018 formuliert.

 

Das Netzwerk gegen Diskriminierung sieht in der Einrichtung der LADS eine Ergänzung zu den bereits bestehenden

Beratungsangeboten und eine Möglichkeit Lücken zu schließen, die in der Beratungslandschaft Bremens ganz klar existieren. So gibt es in Bremen bspw. keine Beratungsstelle, die Menschen berät, die Diskriminierung bei der

Wohnungssuche erfahren, da alle Beratungsstellen, die einen horizontalen Ansatz verfolgen, ihren Schwerpunkt auf Diskriminierung im Arbeits-, Studium- und Ausbildungskontext haben. Von horizontalem Ansatz wird gesprochen, wenn

Beratungsstellen zu allen im AGG als schützenswerte Merkmale definierten Diskriminierungsdimensionen beraten.

 

Die Einrichtung einer LADS darf dabei nicht dazu dienen, bestehende Beratungsangebote einzuschränken oder zu ersetzen – im Gegenteil, diese sollte z.B. in Form von Erst- und Verweisberatung die Bremer Beratungsstrukturen nutzen, ergänzen und unterstützen. Weiterhin braucht es eine Stelle, die Erhebungen im Lande Bremen in Auftrag geben kann, um die Erfahrungen der Bürger*innen mit Diskriminierungen qualitativ und quantitativ

zu erfassen, aber ebenso den Beratungsbedarf damit sichtbar zu machen.

 

Zugleich kommt der LADS eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und dem Austausch zwischen den verschiedenen Beratungsstellen zu, als Schnittstelle und Beraterin für Politik und Verwaltung in Sachen Diskriminierungsschutz sowie bei der Bündelung von Maßnahmen, um die bestehenden Angebote in der Öffentlichkeit bekannt und für die Zivilgesellschaft verfüg- und nutzbar zu machen.

 

Zentral ist für das Bremer Netzwerk gegen Diskriminierung auch die Frage nach der Unabhängigkeit der neu einzurichtenden Stelle. Egal, ob die neu einzurichtende LADS innerhalb oder außerhalb von Verwaltungsstrukturen angesiedelt sein wird, ist eine weisungsunabhängige Stelle notwendig, die durch ihre Unabhängigkeit eine gewisse Kontrollfunktion innehat und Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot anmahnen kann.

 

Nicht zuletzt ist zu hoffen, dass die LADS durch die Beteiligung an der Entwicklung von Gesetzesvorschlägen die Rahmenbedingungen für die Antidiskriminierungsarbeit verbessert. Wichtig ist auch Schutzlücken im Bereich des staatlichen Handelns - Schule, Polizei und Bürger*innenämter - zu schließen. Hier könnte langfristig ein Antidiskriminierungsgesetz Abhilfe schaffen.


Empfehlung des ADA-Teams: Informationen zum Corona-Virus in mehreren Sprachen

Sie suchen aktuelle und vertrauenswürdige Informationen zum Coronavirus? Die Bundesregierung informiert in mehreren Sprachen: English, Türkçe, Polski, Français, Italiano, ελληνικά, Hrvatski, Български, فارسی, 中文语言, عربي.

 

Folgen Sie einfach diesem Link: http://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus.

Quelle: Die Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
Quelle: Die Beauftrage der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration


Offenes Grußwort an Arne Frankenstein zum neuen Amt als Landesbehindertenbeauftragter


Sehr geehrter Herr Frankenstein,

 

das Team von ADA – Antidiskriminierung in der Arbeitswelt, möchte Ihnen auf diesem Wege herzlich zu Ihrem neuen Amt gratulieren. Sicher bedeutet die Übernahme Ihrer neuen Aufgaben in Zeiten von Corona eine besondere Herausforderung.

 

In Ihrem Interview mit dem Weser-Kurier vom 26.3.2020 forderten Sie vor dem Hintergrund des Klimawandels, dass Bremen die große Chance nutzen solle, das gesamtgesellschaftliche Zusammenleben nicht nur ökologischer, sondern auch diskriminierungsfreier zu gestalten. Als konkrete Beispiele sprachen Sie Stadtentwicklung und Mobilität an und wiesen darauf hin, dass Innovationen in diesen Bereichen keine neuerlichen Ausschlüsse produzieren dürfen.

 

Auch wir setzen uns dafür ein, dass wichtige politische Anliegen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Beispiel für diesen Balanceakt bietet der Umgang mit der Corona-Krise. Eben jene Beschränkungen, welche die Gesamtheit schützen sollen, bedeuten für manche Menschen eine harte zusätzliche Belastung und Verstärkung bestehender Ungleichheit. Beratungsstellen wie die Stelle des Landesbehinderten-beauftragten und ADA haben in diesem Kontext die wichtige Funktion, den Anliegen von Benachteiligten Gehör zu schenken und ihre Interessen an die Öffentlichkeit zu tragen.

 

Weil der Schwerpunkt unserer Bildungs- und Beratungsarbeit die Arbeitswelt ist, freut es uns, dass Sie den Verbesserungsbedarf für Menschen mit Behinderung insbesondere in diesem Lebensbereich im Blick haben. Sie verweisen auf die unzureichende Zugänglichkeit des ersten Arbeitsmarktes für Menschen mit Behinderungen und kritisieren, dass bestehende Instrumente in Bremen noch zu selten genutzt werden.

 

Wir unterstützen die Forderung nach umfänglicher Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen und treten jeder Form von Diskriminierung entschieden entgegen. Das nächste Forum Flucht-Migration-Behinderung könnte eine Gelegenheit bieten, sich persönlich kennenzulernen und in einen ersten inhaltlichen Austausch zu treten.

 

Die Corona-Krise bringt letztlich die schlimmeren, aber auch die besten Seiten Bremens zum Vorschein: Wir sehen, wie die Krise in besonderer Weise Menschen in prekären Lebenslagen und Arbeitsverhältnissen trifft. Aber: Wir können auch alltägliche Solidarität und entschlossenes politisches Handeln erleben, das auf das Wohlergehen aller Menschen zielt, welches im besonderen Maße auch von der Bewohnbarkeit unseres Planeten abhängt.

 

Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit und wünschen Ihnen viele erfreuliche Momente.

- das ADA-Team

Bremen, 11.05.2020


Pressemitteilung des ADVD: Eine Antidiskriminierungsperspektive ist in Zeiten der Krise unabdingbar.

Berlin, 26.03.2020

  Im Rahmen der Corona-Pandemie muss die Situation vulnerabler Gruppen besonders berücksichtigt werden. Die im advd vereinten Antidiskriminierungsberatungsstellen haben sich den neuen Herausforderungen angenommen und ihr Beratungsangebot umgestellt und erweitert.

 

Krisenpolitik ist diskriminierungssensibel zu gestalten

Während der Corona-Pandemie ist eine antidiskriminierungspolitische Perspektive unerlässlich. Verschiedene Organisationen und Initiativen zeigen mit Nachdruck auf, wie Diskriminierungen sich in der Krise verstärken und zum Teil neu entstehen: Ältere und gesundheitlich vorbelastete Menschen tragen bei Infektion das höchste Risiko. Gleichzeitig spielen Machtverhältnisse wie Rassismus, Behinderung, Sexismus oder sozialer Status in die Krise hinein und verstärken bestehende Ungleichheiten.[1]So macht etwa die Kampagne #IAmNotAVirus auf den anti-asiatischen Rassismus aufmerksam, der sich im Zuge des Aufkommens der Epidemie offenbart. Asiatische (gelesene) Menschen werden beleidigt, diskriminiert und angegriffen.[2] Community-Verbände, Medi-Büros und Ärzt*innen machen deutlich, wie Menschen, die in Geflüchtetenheimen oder auf der Straße leben bei Infektionsschutz- und Eindämmungsmaßnahmen benachteiligt werden.[3]Diese Appelle lenken die Aufmerksamkeit auf die Belange der Menschen, die in öffentlichen Überlegungen meist ausgeblendet werden. Sie erklären die Notwendigkeit, Krisenpolitik diskriminierungssensibel zu gestalten.[4]

 

Beratungsstellen zeigen Präsenz

In der aktuellen Situation stehen die im advd versammelten Beratungsstellen vor neuen Herausforderungen. Zum einen erweitert sich das Feld der Diskriminierungsrisiken, da zusätzlich zum regulären Beratungsbedarf neue Diskriminierungen beim Zugang zu Information, medizinischer Versorgung, SARS-COV-2-Tests und angemessener Infektionsschutzmaßnahmen hinzukommen. Ferner rechnen Berater*innen mit den Nebenwirkungen von Ausgangsrestriktionen sowie verschärfter Sicherheits-, Migrations- und Arbeitsmarktpolitiken: z.B., wenn Menschen auf engem Raum leben, von Racial Profiling oder unverhältnismäßig von Entlassungen betroffen sind. Zunehmenden psychischen Belastungen ist ebenso Rechnung zu tragen.Zum anderen stehen erprobte Kommunikationsformen (persönliche Gespräche, Dolmetschung) und Interventionen (Vermittlungsgespräche, Zusammenarbeit mit Rechtsanwält*innen bei AGG-Klagen) nicht unmittelbar zur Verfügung. In vielen Beratungsprozessen herrscht zusätzliche Verunsicherung aufgrund der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit von Behörden und Gerichten.Die Beratungsstellen haben sich diesen Herausforderungen unmittelbar angenommen, ihr Beratungsangebot umgestellt und erweitert. Berater*innen sind telefonisch, per Mail und online erreichbar und sorgen trotz der Umstände für einen möglichst umfassenden und niedrigschwelligen Zugang. Diskriminierungsbetroffene haben auf besondere Art mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Um ihnen in Zeiten der Krise weiterhin so gut wie möglich beistehen zu können, sind Beratungsstellen auf die außerordentliche Unterstützung durch Zuwendungsgeber*innen angewiesen,“ so Eva Andrades, Geschäftsführerin des advd.Sind Sie von Diskriminierung betroffen? Dann melden Sie sich gerne bei einer der Beratungsstellen in ihrer Nähe. Eine Übersicht finden Sie hier: https://www.antidiskriminierung.org/ber-uns-1.

 

Kontakt


Céline Barry

Email: celine.barry@antidiskriminierung.org

Telefon: 01590 / 614661

 


[1] Für eine vertiefte Analyse über die Diskriminierungsrisiken der Pandemie-Eindämmungspolitik siehe die Stellungnahme von „Social Distancing vor dem Hintergrund sozialer Ausgrenzung: https://adis-ev.de/blog/2020/03/24/social-distancing-vor-dem-hintergrund-sozialer-ausgrenzung/.

[2] Siehe die Pressemittteilung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/20200212_Coronavirus.html.

 [4] Siehe die Pressemitteilung der Landesarbeitsgemeinschaft Antidiskriminierungsberatung Baden-Württemberg: https://lag-adb-bw.de/2020/03/25/pressemitteilung-der-lag-antidiskriminierungsberatung-baden-wuerttemberg/.

Pressemitteilung des ADVD anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus

Berlin, 21.03.2020

 

Corona-Krise verschärft Situation von Rassismus Betroffenen

Das rassistische Attentat in Hanau am 19. Februar 2020 rief in Erinnerung, wie sehr People of Color hierzulande rassistischer Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt sind. Kurz darauf überschlugen sich mit dem Voranschreiten der Corona-Pandemie die Ereignisse, sodass die Aufarbeitung des Anschlags in den Hintergrund gerückt ist.

 

Rassismus und Diskriminierungen machen aber keine Pause, sondern sind als strukturelle Probleme immer präsent und müssen auch in Krisenzeiten bekämpft werden. Der erst kürzlich erschienene Bericht der Europäischen Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des Europarats[1] macht deutlich, dass Deutschland wenig Fortschritte dabei macht und empfiehlt u.a. mehr in Antidiskriminierungsstellen zu investieren und ein stimmiges System von Organisationen aufzubauen, das Opfern von Diskriminierung effektive Unterstützung gewährt.  

 

Die Anerkennung von Rassismus als strukturelles Problem bedeutet auch, genau hinzuschauen, wer wie von der Corona-Krise betroffen ist. So ist zu befürchten, dass People of Color im Rahmen der Pandemie-Eindämmungspolitik sowie der Versorgung von Covid-19 Infizierten benachteiligt werden: Aufgrund eines ungleichen Zugangs zu medizinischer Versorgung für Migrant*innen, wegen Informationsdefiziten für Menschen mit wenig Deutschkenntnissen und niedriger Anbindung an lokale Informationskanäle oder, wie in der PM der Geflüchteten-Selbstorganisation[2] beschrieben, aufgrund einer Unterbringung in Geflüchteten-Wohnheimen, die den aktuellen Sicherheitsvorkehrungen in keiner Weise entsprechen. Auch langfristig werden Communities of Color aufgrund ihrer strukturellen Benachteiligung besonders mit den sozialen Folgen der Krise zu kämpfen haben.

 

„Für die Antidiskriminierungsarbeit bedeutet dies, weiterhin präsent zu sein unter den erschwerten Bedingungen und auf bestehende Ungleichheiten und ihre Folgen aufmerksam zu machen. Beratungsstellen, die People of Color u.a. bei Diskriminierung unterstützen, führen auch in der Krise ihre Arbeit fort,“ Eva Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbandes Deutschland.

 

Betroffene von rassistischer Diskriminierung können sich weiterhin an Antidiskriminierungsberatungsstellen wenden, die nun telefonisch oder online beraten.

Eine Übersicht über die im ADVD zusammengeschlossenen Antidiskriminierungsberatungsstellen finden Sie hier:

https://www.antidiskriminierung.org/ber-uns-1

 

 

Kontakt:

www.antidiskriminierung.org

Céline Barry, celine.barry@antidiskriminierung.org, 01590/614661.

 


Gefördert durch
die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.



Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“
wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.


In Kooperation mit: