Aktuelle Informationen

Neue Handlungsempfehlungen: Innerbetriebliche Beschwerdestellen

Das IQ Netzwerk Bremen und ADA nehmen den internationale Tag gegen Rassismus am 21. März 2022 zum Anlass, um auf die Innerbetriebliche Beschwerdestelle (IBS) aufmerksam zu machen: 

  

Nach §13 AGG ist jedes Unternehmen verpflichtet, eine Beschwerdestelle einzurichten. 

In der Praxis gibt es aber in den wenigsten Unternehmen einen Ort, an den sich Mitarbeitende bei erlebter Diskriminierung wenden können. 

  

Das IQ Netzwerk Bremen hat mit dem Teilprojekt ADA – Antidiskriminierung in der Arbeitswelt einen kurzen Leitfaden mit den wichtigsten Fakten und Handlungsempfehlungen zur IBS erstellt. 

  

Wir freuen uns, wenn Sie die Handreichung über Ihre Kanäle und Netzwerke verbreiten. 


Erfahrungsbericht über die ADA Schulungsreihe zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) als Interview veröffentlicht

„Wenn wir von Gleichberechtigung sprechen, sind alle gemeint.“ - AB InBevs Weg zu einer antidiskriminierungssensiblen Betriebskultur

Warum ADAs Schulungen zum AGG keine bloße Rechtsbelehrung umfassen, sondern die Sensibilisierung betrieblicher Multiplikator*innen an erster Stelle der Modulreihe steht, wird im Interview mit Nadine von Legat (AB InBev / Verhelst Foundation) deutlich.

Nadine von Legat hat letztes Jahr mit AGG-Vertrauenspersonen der in Bremen sogenannten Beck's Brauerei unsere Basisqualifizierung zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und Innerbetrieblichen Beschwerdestellen durchlaufen. Anschaulich berichtet Sie von der Bedeutung von Antidiskriminierungsschulungen für den Bierhersteller AB InBev, ihren Erwartungen und Erfahrungen. Aber auch davon, wie schwer die Suche nach Anbieter*innen ist.

Unser Dank geht an Merle Burghart vom IQ Netzwerk Bremen, die das Gespräch über unsere Workshopreihe führte.


"ES IST ZEIT, GEGEN DISKRIMINIERUNG AN DEUTSCHEN SCHULEN VORZUGEHEN UND EINEN WIRKSAMEN DISKRIMINIERUNGSSCHUTZ ZU ETABLIEREN"

ADA gehört zu den Erstunterzeichner*innen einer gemeinsamen Stellungnahme von Netzwerken, Beratungsstellen, Verbänden und Einzelpersonen, die sich öffentlich für das drängende Thema Diskriminierungsschutz an Schulen einsetzen.

In der Stellungnahme - die Sie hier als PDF herunterladen können, erklären die Unterzeichnenden die Wirkungsweisen und Folgen von Diskriminierung auf alle Ebenen und alle am Schulalltag beteiligten Menschen. 

Gemeinsam mit den Unterzeichner*innen fordern wir: Landesgesetzgeber, Landesregierungen und Kommunen und Schulen müssen auf den dringenden Handlungsbedarf reagieren und der Verantwortung gerecht werden, die Ihnen aufgrund der EU Grundrechtecharta und der UN-Kinderrechtskonvention zukommt. Welche konkreten Forderungen an die jeweils zuständigen staatlichen Stellen wir teilen, lesen Sie am Ende der Stellungnahme. 

Sie wollen die Stellungnahme ebenfalls durch Ihre Unterschrift unterstützen? Dann folgen Sie gerne diesem Link hier!

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Stellungnahme des Bremer Netzwerks gegen Diskriminierung

Die Landesantidiskriminierungsstelle für Bremen soll kommen

Eine Chance im Kampf gegen strukturelle Diskriminierung

 Das Netzwerk gegen Diskriminierung - begrüßt den Vorstoß der Regierungsfraktionen eine Landesantidiskriminierungsstelle (LADS) in Bremen einzurichten. Mit dem Beschluss vom 9.7.2020 setzt Bremen den bereits 2012 geäußerten politischen Willen „Diskriminierung entschlossen entgegenzutreten“ endlich in die Praxis um.

 

 

„Wir als Bremer Netzwerk Antidiskriminierung begrüßen die längst überfällige Einrichtung einer LADS in Bremen. Wir freuen uns, dass Bremen so endlich gleichzieht mit anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, und somit auch seiner Verantwortung nachkommt, seine Bürger*innen noch besser vor Diskriminierung zu schützen“ so die Koordinatorin des Netzwerks, Aretta Mbaruk. „Eine solche Landesantidiskriminierungs-stelle muss dabei mit ausreichend Mitteln ausgestattet, finanziell langfristig gesichert sein sowie über ausreichend personelle Ressourcen verfügen.“

 

Nachdem erste Forderungen nach einer LADS im Jahr 2012 von den damaligen Regierungsparteien verworfen wurden, wurde das Netzwerk gegen Diskriminierung durch einen Senatsbeschluss ins Leben gerufen, jedoch ohne

festen Etat. Mitglieder des Netzwerkes sind sowohl behördliche als auch unabhängige Akteure der Bremer Beratungsangebote zugunsten von Antidiskriminierung. Das Netzwerk und unter anderem der Bremer Rat für Integration fordern seit vielen Jahren die Schaffung einer LADS als zentrale Fachstelle für Diskriminierungsfragen und

Antidiskriminierungsexpertise. Zuletzt wurden die konkreten Forderungen in der Stellungnahme des Netzwerkes im November 2018 formuliert.

 

Das Netzwerk gegen Diskriminierung sieht in der Einrichtung der LADS eine Ergänzung zu den bereits bestehenden

Beratungsangeboten und eine Möglichkeit Lücken zu schließen, die in der Beratungslandschaft Bremens ganz klar existieren. So gibt es in Bremen bspw. keine Beratungsstelle, die Menschen berät, die Diskriminierung bei der

Wohnungssuche erfahren, da alle Beratungsstellen, die einen horizontalen Ansatz verfolgen, ihren Schwerpunkt auf Diskriminierung im Arbeits-, Studium- und Ausbildungskontext haben. Von horizontalem Ansatz wird gesprochen, wenn

Beratungsstellen zu allen im AGG als schützenswerte Merkmale definierten Diskriminierungsdimensionen beraten.

 

Die Einrichtung einer LADS darf dabei nicht dazu dienen, bestehende Beratungsangebote einzuschränken oder zu ersetzen – im Gegenteil, diese sollte z.B. in Form von Erst- und Verweisberatung die Bremer Beratungsstrukturen nutzen, ergänzen und unterstützen. Weiterhin braucht es eine Stelle, die Erhebungen im Lande Bremen in Auftrag geben kann, um die Erfahrungen der Bürger*innen mit Diskriminierungen qualitativ und quantitativ

zu erfassen, aber ebenso den Beratungsbedarf damit sichtbar zu machen.

 

Zugleich kommt der LADS eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und dem Austausch zwischen den verschiedenen Beratungsstellen zu, als Schnittstelle und Beraterin für Politik und Verwaltung in Sachen Diskriminierungsschutz sowie bei der Bündelung von Maßnahmen, um die bestehenden Angebote in der Öffentlichkeit bekannt und für die Zivilgesellschaft verfüg- und nutzbar zu machen.

 

Zentral ist für das Bremer Netzwerk gegen Diskriminierung auch die Frage nach der Unabhängigkeit der neu einzurichtenden Stelle. Egal, ob die neu einzurichtende LADS innerhalb oder außerhalb von Verwaltungsstrukturen angesiedelt sein wird, ist eine weisungsunabhängige Stelle notwendig, die durch ihre Unabhängigkeit eine gewisse Kontrollfunktion innehat und Verstöße gegen das Diskriminierungsverbot anmahnen kann.

 

Nicht zuletzt ist zu hoffen, dass die LADS durch die Beteiligung an der Entwicklung von Gesetzesvorschlägen die Rahmenbedingungen für die Antidiskriminierungsarbeit verbessert. Wichtig ist auch Schutzlücken im Bereich des staatlichen Handelns - Schule, Polizei und Bürger*innenämter - zu schließen. Hier könnte langfristig ein Antidiskriminierungsgesetz Abhilfe schaffen.


Gefördert durch
die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.





Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.


In Kooperation mit: