Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bundesministerium für Bildung und Forschung Bundesagentur für Arbeit

Was Armut mit Geschlecht, Behinderung und Migration zu tun hat

ADA-Veranstaltungreihe zu Mehrfachdiskriminierung

Mittwoch, 07. Dezember 2016, 17:30 Uhr, DGB-Haus Bremen (beim HBF)

 

Unsere Gäste:

 

Hadley Ossawe, Mütterzentrum Osterholz-Tenever e.V.

Wilhelm Winkelmeier, SelbstBestimmt Leben e.V. Bremen

Christa Bruns, Solidarische Hilfe e.V.

 

Thema der Veranstaltung:

 

Die Armut in Deutschland hat mit einer Armutsquote von 15,5 Prozent ein neues Rekordhoch erreicht und betrifft rund 12,5 Millionen Menschen. Als einkommensarm gilt jede Person, die über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt (dieser Wert beträgt für eine vierköpfige Familie ca. 2.000 Euro netto). Dabei handelt es sich um das gesamte Nettoeinkommen des Haushaltes – inklusive Wohngeld, Kindergeld, Kinderzuschlag oder anderer Transferleistungen bzw. Zuwendungen.

Bundesweiter Spitzenreiter ist bereits seit langem Bremen: Fast ein Viertel aller Bremer_innen sind arm. Das sind mehr Menschen als noch im Jahr 2009, mehr als in allen anderen Bundesländern und auch mehr als in den meisten anderen Großstädten. Nirgendwo leben so viele Kinder in materiell prekären Verhältnissen, nirgendwo ist die Pro-Kopf-Verschuldung so hoch wie hier. Besonders alarmierend ist die Situation in Bremerhaven. Dort leben bereits 38 Prozent der Kinder von Hartz IV. Gleichzeitig ist Bremen eine geteilte Stadt: Dort die Reichen, hier die Armen. Das Durchschnittseinkommen in Horn ist mit mehr als 100.000 Euro im Jahr sechsmal so hoch wie in den ärmsten Ortsteilen in der Neuen Vahr und Gröpelingen.

 

Menschen mit Migrationsbezügen, Frauen, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderungen sind überproportional stark von Armut bedroht. So liegt bei Personen mit Migrationsbezügen der Anteil armutsgefährdeter Menschen mit 26,6 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Personen ohne Migrationsbezügen. Eine Differenz, die insbesondere mit unterschiedlichen Chancen in der Arbeitswelt zusammenhängt. Ähnlich bei Frauen, vor allem bei Alleinerziehenden und Rentnerinnen. Hier spielt nicht nur die geringere Bezahlung in „frauentypischen“ Berufen eine wichtige Rolle, sondern auch der Umstand, dass Frauen und Alleinerziehende viel häufiger unfreiwillig in Teilzeit arbeiten oder ihre Erwerbsbiographie für Erziehung und/oder Pflege unterbrechen. Bei Menschen mit Behinderung ist zunächst einmal ihre überproportional starke Erwerbslosigkeit ein wichtiger Grund für ihre hohe Armutsgefährdung. Die hohe Erwerbslosigkeit ist dabei weniger durch die mit einer Behinderung einhergehenden körperlichen Einschränkungen bedingt als vielmehr das Ergebnis der langjährigen, auch von der Politik beförderten, Diskriminierung behinderter Menschen in Bezug auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Hinzu kommt, dass Bedarfe, die in Folge von Behinderung entstehen, nur eingeschränkt von der Allgemeinheit über Sozialversicherungen oder Sozialhilfe getragen werden. Menschen mit Assistenzbedarf und ihre Angehörigen verarmen dadurch über die Jahre und kommen oft nicht über einen Lebensstandard knapp über Hartz IV-Niveau hinaus.

 

In der Veranstaltung werden unsere Gäste nicht nur über die jeweiligen Zusammenhänge zwischen Armut, Geschlecht, Behinderung und Migration berichten. Vielmehr soll auch gemeinsam diskutiert werden, inwieweit es Überschneidungen zwischen den einzelnen Diskriminierungsverhältnissen gibt – unter anderem darüber, dass einzelne Personen aus mehreren Gründen gleichzeitig diskriminiert werden, sei es (um neu zwei Beispiele zu nennen) als alleinerziehende Mutter mit einem behinderten Kind oder als Migrant mit Assistenzbedarf.

 

Die Veranstaltung gehört zu einer Veranstaltungsreihe zu Mehrfachdiskriminierung und wird in 2017 fortgesetzt. Bitte unsere diesbezüglichen Ankündigungen beachten. Weitere Infos auf unserer Webseite: www.ada-bremen.de






ADA
Antidiskriminierung
in der Arbeitswelt

Sprechzeiten
Mo. bis Fr.: 9.00 bis 16.00 Uhr

 

Beratung
Während unserer Sprechzeiten können Sie Termine für Beratungsgespräche oder -telefonate vereinbaren.

 

Online-Beratung

Unsere Online-Beratung (Mail oder Chat) erreichen Sie direkt über unsere ADA-Online-Plattform

Kontakt
Tel.:
(0421) 960 89 14 oder 960 89 19 oder 015152527776 (in dringenden Beratungsfällen)


Mail: info@ada-bremen.de


Anschrift
Arbeit und Leben Bremen
5. Etage im DGB-Haus Bremen
Bahnhofsplatz 22-28
28195 Bremen

 

 

Eine Google-Umgebungskarte finden Sie unter Kontakt.