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Es bleibt dabei: Der Islam gehört zu Deutschland und Europa!

ADA-Fachtag zu Antimuslimischem Rassismus: Donnerstag, 16. April 2015, 10 bis 17.30 Uhr, DGB-Haus

Die Veranstaltung ist kostenlos und als Bildungsurlaub im Land Bremen anerkannt. Eine Freistellung nach Bremischen Bildungsurlaubsgesetz ist möglich. Um Anmeldung per Post, FAX oder Email wird gebeten - bitte Name, Adresse, Geburtsdatum und E-Mail-Kontakt angeben (damit wir die Anmeldung bestätigen können):ADA, Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen, Fax: (0421) 960 89 20, Mail: info@ada-bremen.de

 

 

Programm & Ablauf des Fachtags:

 

10:00 Uhr - 12:30 Uhr: Begrüßung & Einführungsvorträge:


Khola Maryam Hübsch, Bloggerin und Journalistin (Autorin des Buches "Unter dem Schleier die Freiheit - Was der Islam zu einem wirklich emanzipierten Frauenbild beitragen kann"): Vortrag zu Antimuslimischem Rassismus und zur Islamfeindlichkeit in Deutschland - eine aktuelle Bestandsaufnahme.


Dr. Zülfukar Cetin, aktiv u.a. im Türkischen Bund Berlin-Brandenburg, Autor des Buches "Homophobie und Islamophobie: Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin": Vortrag zur Frage, in welchen gesellschaftlichen Milieus Antimulimischer Rassismus wie stark verbreitet ist.


Vera Egenberger, Mitarbeiterin im Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. in Berlin: Vortrag zur Diskriminierung von Menschen muslimischen Glaubens in der Arbeitswelt.


12:30 bis 13:15 Uhr: Mittagspause mit Imbiss


13:15 Uhr - 15.30 Uhr: Arbeitsgruppen:


Arbeitsgruppe I: Anonyme Bewerbungen und Diversity Management (Umgang mit Vielfalt): Unterschiedliche Instrumente zum Abbau von Diskriminierung bei der Arbeits- und Lehrstellensuche. Mit Inputs von Hatice Durmaz, Vorsitzende des RAMSA e.V. - Rat muslimischer Studierender und Akademiker, und Andreas Merx, Mitarbeiter bei VIA Bayern - Verband für interkulturelle Arbeit e.V. und IQ-Fachstelle Interkulturelle Kompetenzentwicklung und Antidiskriminierung.


Arbeitsgruppe II: Zum Umgang mit religiöser Diskriminierung in Betrieben und im Öffentlichen Dienst - Probleme und Lösungsstrategien. MitInputs von Esra Cakmakli, Bildungsreferentin, Mitglied im Vorstand der Schura Bremen (Dachverband islamischer Gemeinschaften) undundGülcan Yoksulabakan (Referentin für Diversity Management - AFZ-Bremen). Moderation: Dr. Asmus Nitschke, WISOAK (Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen)


Arbeitsgruppe III: Zur Diskriminierung durch religiösen Tendenzbetriebe, insbesondere die großen kirchlichen Arbeitgeber - unter besonderer Berücksichtigung des Ausschlusses von Menschen muslimischen Glaubens. Mit Inputs von Vera Egenberger, Mitarbeiterin im Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. in Berlin und Uwe Schmid, ver.di Bremen


15:30 Uhr - 16:00: Kaffeepause


16:00 Uhr - 17:30 Uhr: Diskussionsveranstaltung: Von Sarrazin zu PEGIDA - Strategien gegen antimuslimischen Rassismus.Mit Inputs von:


Esra Cakmakli, Bildungsreferentin, Mitglied im Vorstand der Schura Bremen (Dachverband islamischer Gemeinschaften)

Nissar Gardi, Mitarbeiterin bei der DGB-Jugend, Jugendbildungsreferentin

Ikram Rimi, Juristin (Bachelor of Law), aktiv in der marokkanischen Community



Zur inhaltlichen Einstimmung:


Die aktuelle Situation scheint widersprüchlich: Einerseits hetzen Akteure wie AFD, PEGIDA & Co täglich gegen Migrant_innen, Flüchtlinge und Menschen muslimischen Glaubens, andererseits werden die Anschläge von Paris, die Massaker von Boko Haram oder das menschenverachtende Vorgehen des IS in Syrien und im Irak als Bestätigung dafür empfunden, dass tatsächlich Gefahr in der Luft läge. Dies zeigen auch zahlreiche Untersuchungen: So berichtete jüngst die Bertelsmann-Stiftung, dass 57 Prozent der nicht-muslimischen Bevölkerung in Deutschland den Islam als Bedrohung empfinden würden. In einer weiteren Untersuchung meinten 39 Prozent der Befragten, dass Menschen muslimischen Glaubens intolerant und gewalttätig seien.


Diese Werte können kaum überraschen, denn überall in Europa hetzen rechtspopulistische Bewegungen bereits seit langem gegen Muslime, eine wichtige Zäsur waren hier die Terroranschäge vom 11. September 2001. In Deutschland gab es bis vor kurzem keine offen rechtspopulistisch auftretende Partei, ganz zu schweigen von Massenprotesten wie derzeit in Dresden. Aber Leute wie der ehemalige Bundesbanker Thilo Sarrazin oder Mainstream-Medien wie Bild und SPIEGEL schüren schon lange Angst. Und daran kann auch der Umstand nichts ändern, dass sich viele Medien-Vertreter_innen anlässlich der "Lügenpresse"-Parolen überwiegend gegen PEGIDA & Co. gestellt haben oder die Bundeskanzlerin betont, dass der Islam zu Deutschland gehöre.


Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Angst keineswegs nur auf Seiten der sogenannten Mehrheitsgesellschaft bzw. der Nicht-Muslime anzutreffen ist. Noch größere und vor allem wirklich begründete Sorgen und Ängste haben viele derjenigen, gegen die sich die alltägliche Hetze richtet. Was das konkret heißen kann, wird nicht nur bei den Zeug_innenaussagen im Rahmen des NSU-Prozesses in München deutlich oder bei den Reaktionen der muslimischen Communitys angesichts der steigenden Anzahl von Angriffen auf Moscheen. Auch als Antidiskriminierungsstelle bekommen wir regelmäßig mit, wie sehr sich Menschen muslimischen Glaubens (oder solche, die dafür gehalten werden) derzeit angefeindet sehen und welche Verunsicherungen und Verletzungen das nach sich ziehen kann. Stellvertretend sei daher aus einem Brief zitiert, den muslimische Künstler_innen und Intellektuelle bereits 2010 während der Sarrazin-Debatte verfasst haben: "Wir erleben, wie sich Teile der Bevölkerung von anderen absetzen. Wie Minderheiten ausgedeutet und öffentlich als "Andere" markiert werden. Die Tonlage ist oft genug nicht neugierig und gesprächsbereit, sondern aggressiv und diffamierend. Für Musliminnen und Muslime ist derzeit nicht einmal der Gang zum Zeitungshändler leicht, weil sie nie wissen, welche Schlagzeile, welches stereotype Bild sie dort erwartet. Auch in der Schule, bei der Arbeit und am Ausbildungsplatz kann es sein, dass einem Feindseligkeit entgegenschlägt."


All dies kann und darf so nicht weitergehen - deshalb laden wir zu diesem Fachtag gegen antimuslimischen Rassismus ein.


www.ada-bremen.de






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