Amtssprache Deutsch: Diskriminierung oder bloßes Verständigungsproblem?

ADA-Diskussionsveranstaltung: Datum: Mittwoch, 3.Dezember 2014, 17:00 Uhr

Nach einer Untersuchung des Allensbach-Institutes aus dem Jahr 2009 zum Thema Kommunikation zwischen der Bevölkerung und öffentlichen Verwaltungen gaben 86 % der Befragten an, Schwierigkeiten zu haben, amtliche Schreiben zu verstehen. Die Befragungspersonen benannten konkret „umständliche Formulierungen“ (71%), zu häufige Verwendung von Fach- und Fremdwörtern (60%) sowie die abgehobene (46%) und unpersönliche Form der Sprache (40 %) als Hindernisse.

Ort: café brand (hinter der VHS - Zweigstelle West), Link google-maps cafe brand, Gröpelinger Heerstraße 226, 28237 Bremen

 

Veranstaltung von ADA (Antidiskriminierung in der Arbeitswelt) mit folgenden Gästen:

 

  • Inga Schwarz (Hamburg), basis & woge e.V.
  • Sabaheta Brdar, Jobcenter Bremen (Beauftragte für Migration)
  • Herbert Thomsen, Bremer Erwerbslosenverband (bev)
  • N.N., Person mit Diskriminierungserfahrung

Im Rahmen unseres Beratungsangebotes für erwerbslose Migrant_innen im Bremer Westen stellen wir fest, dass ein Großteil der Ratsuchenden ähnliche Kommunikationsprobleme im Kontakt mit Behörden und schriftlichen Bescheiden hat, mit teils schwerwiegenden Folgen. Eine unserer Erfahrungen ist beispielsweise, dass die Bedeutung von Eingliederungsvereinbarungen die von Jobcentern und Agenturen erstellt werden, oft nicht bekannt ist. Empirische Untersuchungen, wie die Ergebnisse der SGB-II-Wirkungsanalyse, deuten darauf hin, daß mangelnde Sprachkenntnisse zu verspätetem Leistungsbezug für Erwerbslose führen können. Zusammenfassend läßt sich formulieren, dass es immer wieder zu sprachlicher Diskriminierung von Erwerbslosen kommt.

 

Hingegen empfinden Mitarbeiter_innen der Arbeitsverwaltungen Verständigungsschwierigkeiten aufgrund geringer Deutschkenntnisse als Störung ihrer behördlichen Abläufe. Um den rechtlichen Auftrag einer individuellen, fallbezogenen Begleitung der Kundinnen zu gewährleiten, ist der Personalschlüssel von 1:75 von Fallmanager_in und Erwerbslosen mit Migrationshintergrund eine erhebliche Belastung für eine gelingende Verständigung im Beratungsprozess.

 

Diese Erkenntnisse und Erfahrungen möchten wir zum Anlass nehmen, um im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zu thematisieren, wie die sprachliche Verständigung zwischen Erwerbslosen mit Migrationshintergrund und Mitarbeiter_innen der Arbeitsverwaltungen verbessert, sprachliche Barrieren und damit verbundene Diskriminierung abgebaut werden können.

 

Zu unseren Gästen:

 

basis & woge e.V. ist eine in Hamburg angesiedelte Einrichtung die seit 2005 im Feld der Antidiskriminierungsarbeit tätig ist. Homepage: www.basisundwoge.de

 

Der Bremer Erwerbslosenverband (bev) ist ein Interessenverband für Erwerbslose und von Armut bedrohte Menschen in Bremen. Homepage: www.bev-bremen.de

 

 

 

Download
Flyer zur Veranstaltung am 3. Dezember 2014
ADA-VA_Amtssprache-Deutsch_final.pdf
Adobe Acrobat Dokument 2.0 MB

ARBEIT UND LEBEN BREMEN

5. Etage im DGB-Haus Bremen

Bahnhofsplatz 22-28
28195 Bremen

KONTAKT

Tel.: (0421) 960 89 14 für die Antidiskriminierungsberatung oder
Tel.: (0421) 960 89 19 für alle weiteren Anliegen.

Mail: info@ada-bremen.de

TELEFONISCHE SPRECHZEITEN

Mo. bis Do.: 10.00 bis 15.00 Uhr
Fr.: 10.00 bis 13.00 Uhr

 

 

Social Media

Folgen Sie uns auch gerne auf Facebook:
www.facebook.com/ADABremen