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Roma: Der jahrhundertealte Kampf um Recht und Gerechtigkeit

ADA-Diskussionsveranstaltung: Donnerstag, 19. Juni 2014, 19 Uhr, DGB-Haus (Hbf)

Mit Hasiba Dzemajlji: Roma-Aktivistin aus dem Kosovo, Rechts- und Sozialberaterin in Köln

 

Mit 10 bis 12 Millionen Menschen bilden die Roma die größte ethnische Minderheit in Europa, auch wenn nicht aus dem Blick verloren werden sollte, dass sich die verschiedenen Roma-Communities hinsichtlich Sprache, Kultur oder Religion zum Teil erheblich unterscheiden. Dabei ist die Geschichte der Roma bis heute eng mit Bildern von Migration, Nomadentum und Exil verknüpft. An diesem Vorurteil der „umherziehenden“ Roma konnte bislang auch die Tatsache nichts ändern, dass etwa 95 Prozent der Roma dauerhaft am gleichen Ort leben.

 

Doch das Stereotyp der Nicht-Sesshaftigkeit ist leider nur die Spitze des Eisbergs. So möchten nach einer jüngst veröffentlichten Studie der Universität Leipzig fast die Hälfte aller Bundesbürger_innen Roma aus den Innenstädten verbannt sehen, 56 Prozent meinten, diese neigten zur Kriminalität. In einer weiteren Studie brachten 80 Prozent der Teilnehmer_innen Roma mit Sozialleistungsmissbrauch in Zusammenhang, während 64 Prozent erklärten, keine Roma als Nachbar_innen haben zu wollen – der höchste Ablehnungswert unter allen von Diskriminierung betroffenen Gruppen überhaupt.

 

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass Roma nicht nur in Europa, sondern auch in Deutschland massiv benachteiligt werden – ob auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen. Verwiesen sei etwa auf eine 2012 veröffentlichte Studie, wonach 81 Prozent der Teilnehmer_innen Roma bejaht haben, dass sie in Deutschland bereits Diskriminierung erfahren hätten – ein ebenfalls überproportional hoher Wert. Nicht minder dramatisch ist, dass es auch staatliche Stellen sind, die massiv zur Diskriminierung beitragen. Neben Polizei und Behörden sei insbesondere der Umstand erwähnt, dass 44 Prozent aller Roma-Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen. Hinzu kommt (als Maßnahme, die sich gegen Roma ohne deutsche Staatsbürgerschaft oder festen Aufenthaltsstatus richtet), dass die Bundesregierung nunmehr plant, die Länder Bosnien-Herzegowina, Serbien und Mazedonien per Gesetzesänderung zu „sicheren Herkunftsländern“ zu erklären und somit Asylanträge von Roma aus diesen Ländern quasi zu verunmöglichen - und das, obwohl das Stuttgarter Verwaltungsgericht erst Mitte März zwei Roma aus Serbien als Flüchtlinge anerkannt hat, weil Roma in Serbien extrem benachteiligt würden und gezwungen seien, am Rande der Gesellschaft zu leben.

 

In der Veranstaltung wird Hasiba Dzemajlji zum einen über Diskriminierung von Roma in den verschiedenen Lebensbereichen berichten, zum anderen über Roma-Selbstorganisierung und Widerstandsstrategien. Zudem werden lokale Akteure in kurzen Beiträgen aus dem Publikum auf die aktuelle Situation in Bremen bzw. Bremen-Nord eingehen.

 






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