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Gewichtsterror: Zur alltäglichen Diskriminierung dicker Menschen in der Arbeitswelt

ADA-Diskussionsveranstaltung, Montag, 9. Dezember, 17:00 bis 19:30 Uhr, DGB-Haus

Mit folgenden Gästen:

 

  • Natalie Rosenke: Vorsitzende der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, Berlin (*)
  • Friedrich Schorb. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studiengang Public Health der Uni Bremen

 

Anlässlich des letztjährigen Anti-Diät-Tages titelte die Tageszeitung taz: „Die letzte Minderheit, die ungestraft diskriminiert werden darf: Dicke“. Das mag drastisch klingen, ist aber für dicke Menschen bitterer Alltag, wie die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung zu berichten weiß: „Vom zu engen U-Bahn-Sitz, der verweigerten Verbeamtung, der pauschalen Standpauke beim Arzt über die allgegenwärtigen Medienmeldungen, in denen Dicke als Problemfall abgetan werden, und Kommmentare von Fremden, Freunden und sogar der eigenen Familie, bis hin zum ständigen Fat Talk („Ich sollte das eigentlich nicht essen, bei meinem Gewicht“), mit dem insbesondere Frauen tagtäglich dutzende Male ihre Abgrenzung von Dicken signalisieren: Gewichtsdiskriminierung ist überall, verfolgt dicke Menschen von morgens bis abends, in der Regel gibt es nur wenige Rückzugsorte, in denen man einmal für kurze Zeit nicht diskriminiert wird.“

 

Besonders gravierend ist die Diskriminierung in der Arbeitwelt: Das betrifft nicht nur die viel zitierte Verbeamtung von dicken Menschen, obwohl bislang keine Studie der Welt nachgewiesen hat, dass Menschen mit einem hohen Bodymaß-Index nennenswert häufiger als Dünne das Alter von 67 nicht erreichen oder vorzeitig dienstunfähig werden. Auch bei Einstellungen, Beförderungen, Versetzungen oder Entlassungen spielt Gewichtsdiskriminierug immer wieder eine erhebliche Rolle – gleiches gilt für alltägliche Beleidigungen, Schikanen oder systematisches Mobbing durch ArbeitskollegInnen.

 

Friedrich Schorb (Autor u.a. von "Dick, doof und arm? Die große Lüge vom Übergewicht und wer von ihr profitiert") wird in der Veranstaltung zunächst über allgemeine Aspekte von Gewichtsdiskriminierung berichten. Im Anschluss wird Natalie Rosenke dies mit zahlreichen Beispielen aus der Arbeitswelt vertiefen. In der gemeinsamen Diskussion soll es um die Frage gehen, wie dicke und dünne Menschen gegen Gewichtsdiskriminierung (nicht nur) in der Arbeitswelt vorgehen können – einschließlich der Frage, ob das derzeit in Bremen diskutierte Instrument der „Anonymen Bewerbungen“ geeignet ist, Gewichtsdiskriminierung während des Bewerbungsprozesses abzubauen (Stichwort: Bewerbungsfoto).

 

(*) Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung betreibt Aufklärung, berät dicke Menschen und fördert Forschung zur Gewichtdiskriminierung – ihre Devise lautet: „Wir verändern die Gesellschaft, nicht dicke Menschen.“ Mehr Infos: www.gewichtsdiskriminierung.de

ADA: VA zu Gewichtsdiskriminierung (09.12.2013)
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ADA
Antidiskriminierung
in der Arbeitswelt

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