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Anonyme Bewerbungen: Allheilmittel gegen Diskriminierung!?

Dienstag, 1. Oktober, 17.00 bis 19.30 Uhr, DGB-Haus Bremen

Diskussionsveranstaltung von ADA (Antidiskriminierung in der Arbeitswelt) mit folgenden Gästen:

 

  • Bülent Uzuner, Vorstand des IT-Consulting-Unternehmen BTC-AG (Oldenburg)
  • Jochen Kriesten, Verantwortlicher für die Kampagne „Du bist der Schlüssel!“ des öffentlichen Dienstes in Bremen
  • Esmahan Belhadj-Kouider, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation (ZKPR), Uni Bremen
  • Ursel Gerdes, Mitarbeiterin der Arbeitsstelle gegen Diskriminierung und Gewalt (ADE) an der Uni Bremen

 

Statistisch gesehen findet Diskriminierung bei Stellenbesetzungen vor allem im ersten Schritt des Bewerbungsprozesses statt. Denn in jener Phase haben Menschen mit Migrationshintergrund, ältere Arbeitssuchende oder Frauen mit Kindern deutliche schlechtere Chancen, überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat daher zwischen November 2010 und Dezember 2011 ein erstes Pilotprojekt zu anonymisierten Bewerbungen durchgeführt. Beteiligt waren fünf Unternehmen und drei öffentliche Arbeitgeber; 246 Stellen wurden besetzt, mehr als 8.550 BewerberInnen haben sich anonymisiert beworben. Insgesamt haben nicht nur die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die BewerberInnen ein positives Fazit des Pilotprojekts gezogen.   Auch einige der beteiligten Arbeitgeber haben angekündigt, weiterhin mit anonymen Bewerbungen arbeiten zu wollen – wie es zum Beispiel in Belgien im Öffentlichen Dienst schon lange der Fall ist. Und doch wäre es verkehrt, Anonyme Bewerbungen als Allheilmittel zu betrachten, wie es in der öffentlichen Debatte bisweilen den Anschein macht. Denn die Anonymisierung betrifft lediglich die erste Stufe des Bewerbungsprozesses. Entsprechend erhalten Personalverantwortliche bereits vor dem Vorstellungsgespräch sämtliche Unterlagen, so dass Diskriminierung während oder nach dem Gespräch immer noch erfolgen kann. Hinzu kommt, dass Anonymisierung andere Diskriminierungsmechanismen nicht aufheben kann, beispielsweise die systematische Benachteiligungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Bildungsystem oder eine fehlende Inklusionskultur für Menschen mit Behinderung. Vor diesem Hintergrund möchte die im Bremer Gewerkschaftshaus angesiedelte Antidiskriminierungsstelle ADA anonyme Bewerbungen auf den Prüfstand stellen. Einerseits, um aus unterschiedlichen (Erfahrungs-)Blickwinkeln zu beleuchten, unter welchen Umständen Anonymisierte Bewerbungen ein hilfreiches Instrument zur Vermeidung von Diskriminierung sein können. Andererseits, um abzuwägen, in welchem Verhältnis dieses Instrument zu anderen positiven Maßnahmen steht wie zum Beispiel ein fest verankertes Diversity-Verständnis, das bei „gleicher Eignung“ Frauen oder Jugendliche mit Migrationshintergrund bevorzugt, etwa in der Kampange „Du bist der Schlüssel!“.






ADA
Antidiskriminierung
in der Arbeitswelt

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Mail: info@ada-bremen.de


Anschrift
Arbeit und Leben Bremen
5. Etage im DGB-Haus Bremen
Bahnhofsplatz 22-28
28195 Bremen

 

 

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